Noah Rennebaum
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Presse · Studierenden Kunstmarkt

Im Gespräch mit dem Studierenden Kunstmarkt

Ein knappes Jahr nach dem ersten Gespräch hat das Magazin des Studierenden Kunstmarkts erneut mit Noah Rennebaum gesprochen – über Malerei neben dem Studium, über Intuition und darüber, was unter der Oberfläche eines Bildes liegt.

Für das Magazin des Studierenden Kunstmarkts hat Evelina mit Noah Rennebaum über seinen Weg zur Malerei, seine Arbeitsweise und die kommenden Monate gesprochen. Hier die wichtigsten Gedanken in Kürze – das vollständige Gespräch steht beim Studierenden Kunstmarkt.

Studium und der Weg zur Kunst

Was bedeutet ihm das Malen?

Im Malen schafft sich Noah eine Welt nach eigenen Regeln – und findet darin Halt.

Wie passen Lehramtsstudium und eigene Malerei zusammen?

Das Lehramtsstudium Kunst an der Universität Leipzig zielt auf das Vermitteln, nicht auf die eigene künstlerische Praxis. Seine Ölmalerei hat Noah sich deshalb von Anfang an selbst beigebracht, in der freien Zeit und meistens allein, zuletzt im eigenen Atelier. Rückblickend hat ihm vor allem der Austausch mit anderen Kunstschaffenden gefehlt.

Arbeitsweise und Technik

Wie viel steht vor dem ersten Pinselstrich fest?

Meist nur eine Richtung. Was daraus wird, entscheidet sich beim Malen, im Wechselspiel von Gefühl und Überlegung: Noah betrachtet das Bild immer wieder mit Abstand und antwortet auf das, was sich bereits zeigt. Um dabei sicherer zu werden, übt er gezielt – mit Bleistift und Aquarell, in neuen Formaten und an wechselnden Motiven.

„Oft habe ich das Gefühl, dadurch unmittelbarer und vielleicht auch ehrlicher zu malen.“

Noah Rennebaum

Draußen vor dem Motiv will er keinen Ort abbilden, sondern dessen Atmosphäre einfangen. Wetter und Licht malen dabei gewissermaßen mit – Licht ist ohnehin eines seiner zentralen Themen.

Nr. I Strand — Zeichnung, Gesamtansicht
Nr. I Strand 40 × 30 cm, 2024
Nr. V Turm — Zeichnung, Gesamtansicht
Nr. V Turm 40 × 30 cm, 2024
Nr. IV Küstenabschnitt
Nr. IV Küstenabschnitt 40 × 30 cm, 2024

Was beschäftigt ihn gerade?

Neben der Landschaft gewinnt die Figur an Gewicht. Noah hat dafür Kurse in Aktmalerei besucht und sich mit Akt, Händen und Körpersprache auseinandergesetzt.

Verfangen I
Verfangen I 80 × 70 cm, 2023
Verfangen II
Verfangen II 90 × 100 cm, 2024
Abstraktes Gefühl I
Abstraktes Gefühl I 33,5 × 27,5 cm, 2025

Viel gelernt hat er auch aus dem Sprung zwischen den Formaten: Auf wenigen Zentimetern zählt jede Entscheidung, auf der großen Leinwand arbeitet der ganze Körper mit. Als Nächstes reizen ihn Holz als Bildträger und neue Materialien wie Hanfleinwand. Seine Bezugspunkte: der Abstrakte Expressionismus, der Impressionismus und vor allem Vincent van Gogh.

Der Wetterwechsel – Gesamtansicht
Der Wetterwechsel 12 × 12 cm, 2026
Das Festival bei Nacht II — Malerei, Gesamtansicht
Das Festival bei Nacht II 110 × 160 cm, 2026

Ein Blick nach vorn

Was ist gerade die größte Herausforderung?

Malen, die Organisation der Selbstständigkeit und freie Zeit ins Gleichgewicht zu bringen. Seit der erfolgreichen Ausstellung in der SKM Galerie kommen ständig neue Ideen hinzu. Noah achtet deshalb darauf, sich für jedes Werk genug Zeit zu nehmen, statt immer mehr gleichzeitig anzufangen – und sich bewusst auch freie Phasen ganz ohne Ziel zu gönnen.

Was erzählen seine Bilder über ihn?

Dass er ungeduldig ist und selten nur eine Idee verfolgt. Viele Bilder haben Vorgängerfassungen, die verworfen und übermalt wurden. Ganz verschwunden sind sie nie: Durch die Ölfarbe hindurch prägen sie die Oberfläche bis zum Schluss mit. Auf großen Leinwänden sieht man die Auf und Abs des Malens oft unmittelbar in der Pinselführung.

Ein letzter Einblick

Lieber zu viel erklären oder gar nichts preisgeben?

Ein Bild ganz ohne Zugang wäre für Noah das größere Problem. Ihm geht es um das richtige Maß: Ein Bild soll Halt geben und trotzdem Raum für eigene Deutungen lassen. Und ein Lesetipp zum Schluss: die Thriller von Chris Carter.